
Der Nymphensittich (Nymphicus
hollandicus) ist eine australische Vogelart aus der Ordnung der Papageien (Psittaciformes).Der
Nymphensittich ist den Kakadus zuzuordnen. Nymphensittiche sind beliebte
und weit verbreitete Haustiere. Um 1840 kamen die ersten Wildfänge nach Europa, zehn Jahre später wurden sie
erfolgreich gezüchtet.

Erscheinungsbild und Körperbau
Die etwa 30 bis 34 Zentimeter langen
Vögel wiegen etwa 90 bis 110 Gramm. Sie werden 15 bis 20 Jahre alt, in
Einzelfällen auch bis zu 30 Jahre. Das ursprüngliche Erscheinungsbild des
Nymphensittichs ist grau mit weißen Flügeldecken und einem
orangen Wangenfleck. Die Hähne haben eine ausgeprägte gelbe Gesichtsmaske, die
Hennen eine gelb-schwarze Querbänderung an der Schwanzunterseite.
Ungewöhnlich ist die lange spitze Federhaube auf dem
Kopf, mit der die Tierewahrscheinlich Empfindungen und Stimmungen ausdrücken.
In den letzten 60 Jahren wurden viele
Farbschläge gezüchtet, die weit von der Wildform abweichen. Neben den
wildfarbenen Nymphensittichen gibt es heute zum Beispiel Geperlte, Lutinos,
Schecken, Weißköpfe, Zimter und Kombinationen daraus. Die Unterscheidung der
Geschlechter ist mit den neuen Farbschlägen erheblich schwerer und oftmals nur
noch anhand des Verhaltens zu klären.
Hahn, wildfarben
Henne, wildfarben
Haltung:
Nymphensittiche sind sehr anpassungs- und
widerstandsfähig. Sie brüten deshalb in Gefangenschaft auch unter
nicht-optimalen Lebensbedingungen. Daher wurden sie schon früh als Haustiere
geschätzt.
Nymphensittiche sind auch bei Heimtierhaltung
ausgeprägte Schwarmtiere. Daher ist die gegengeschlechtliche paarweise Haltung
ideal. Einzelhaltung kann zu Verhaltensstörungen und Fehlprägungen auf den
Menschen führen. Aus ruhigen, ausgeglichenen Vögeln können Schreier,
schlimmstenfalls sogar Rupfer werden. Das heißt, sie verstümmeln sich selber,
indem sie sich ihr eigenes Gefieder ausreißen. Nackte Körperpartien,
Narbenbildung und langjährige Schwierigkeiten bei der Resozialisierung sind
keine Seltenheit.
Nymphensittiche benötigen viel Platz. Eine
Mindestgröße für ein Paar in reiner Käfig- oder Volierenhaltung beträgt zwei
Meter Länge, ein Meter Breite und ein Meter Höhe. Dabei ist die Größe der
Grundfläche entscheidend, nicht die Höhe. Der höchste Punkt der Voliere muss aber mindestens auf Augenhöhe der Menschen
sein, da die Vögel sich sonst unwohl fühlen. Zur Einrichtung eignen sich
ungiftige Naturäste in verschiedenen Dicken, Sisalseile, Schaukeln und kleine Sitzbretter. Naturhölzer sind für
die Abnutzung der Krallen von
Vorteil, so dass ein Kürzen durch den Menschen nur äußerst selten nötig wird.
Jegliche Plastikeinrichtung dagegen birgt hohe
Gesundheitsrisiken. So können geriffelte Kunststoffstangen und mit Sandpapier
umwickelte Sitzstangen zu Ballengeschwüren führen. Darüber hinaus kann es zu
inneren Verletzungen aufgrund aufgenommener Plastikteile kommen.
Zur Fütterung eignen sich
Edelstahl- oder Keramiknäpfe. Bei großem Platzangebot kann man auch in
Tonschalen auf dem Boden füttern. Nymphensittiche entspelzen die Körner, daher
sind Futterspender ungeeignet. In großen Wasserschalen wird gern gebadet.
Eine vielseitige Saatenmischung
bildet das Grundfutter. Die im Handel erhältlichen Großsittichmischungen
enthalten meist zuviele Sonnenblumenkerne. Daher ist es sinnvoll, zu zwei
Dritteln eine Wellensittichfuttermischung unterzumischen. Kolben- und
Rispenhirsen sind entsprechend der natürlichen Futteraufnahme eine besonders
geeignete Ergänzung. Gemüse, Obst und frische Kräuter stellen einen wichtigen
Teil der Ernährung dar, ebenso wie Keimfutter. Belaubte Äste von ungiftigen
Bäumen sind sinnvoll zur Beschäftigung der Vögel und als Quelle für Vitamine
und Mineralien.
Die Tiere orientieren ihren
Tagesablauf immer an den anderen Mitgliedern des Schwarms. Sie fressen gemeinsam,
schlafen und putzen sich zur gleichen Zeit
Nymphensittiche zeigen ein sehr
interessantes Balzverhalten. Die Hähne umwerben ihre erwählte Henne mit Gesang.
Dabei stolzieren sie mit leicht abgestellten Flügeln um sie herum. Der Gesang
ist individuell ausgeprägt und verändert sich. Die Hähne üben nicht nur neue
Gesänge ein, sondern kombinieren diese auch mit festgelegten Bewegungsabläufen.
Sie strecken zum Beispiel die Flügel aus zu einer bestimmten Tonabfolge.
Nistkästen dürfen aber nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn eine
amtliche Zuchterlaubnis vorliegt.
Das Nagen an verschiedenen
Einrichtungsgegenständen wie Tapeten, Bildern und Türrahmen entspringt den
natürlichen Verhaltensweisen der Nymphensittiche. Man kann mit Naturkork und
frischen Ästen einen Ausgleich schaffen, um solche Knabberattacken zu
verhindern.
Bei trockener Heizungsluft und
im Sommer baden und duschen Nymphensittiche sehr gern. Einige Tiere nutzen dazu
die Wasserschale, andere bevorzugen es mit einer Blumenspritze abgeduscht zu
werden. Dabei sträuben sie ihr Gefieder auf und strecken die Flügel vom Körper
ab.
Ihr Tieroase-Team!

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