Der Wellensittich:

 

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Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) hat seinen Namen von dem wellenförmigen Muster seines Gefieders und ist eine Vogelart, die zur Ordnung der Papageien (Psittaciformes) gehört.

 

Wellensittiche-schnabel

Aussehen:

Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Wellensittichs ist grün mit gelbem Gesicht. Eine schwarze Querbänderung beginnt am Vorkopf und zieht sich über den Rücken und über die Flügeldecken. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern gleich. Männchen haben eine intensiv blaue (in der Jugend rosaviolette) Wachshaut (= Bereich über dem Schnabelanfang). Die Wachshaut von Weibchen ist eher rau und variiert bei allen Farbschlägen zwischen weißlich-hellbraun bis dunkelbraun. Bei rauer brauner Wachshaut befindet sich die Henne in Brutstimmung. Vielfach bildet sich auf der Wachshaut bei brutstimmigen Weibchen eine Borke. Bei glatter hellbrauner oder sogar weißer Färbung ist das Weibchen jedoch überhaupt nicht brutlustig. Eine helle, auch hellblau eingefärbte Wachshaut bei Weibchen könnte auch auf eine Erkrankung hinweisen. Jungvögel unterscheiden sich von den ausgewachsenen Wellensittichen neben der Wachshaut durch die vollkommen schwarzen Augen (die weiße Iris ist noch nicht zu sehen).Bei ganz jungen Vögeln reicht die schwarze Zeichnung über den Kopf bis zur Wachshaut und der Schnabel ist schwärzlich gefärbt.

 

Alter:

Freilebende Wellensittiche werden selten älter als drei oder vier Jahre.

 

In Gefangenschaft gehaltene Tiere haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 8-11 Jahren. Sie können durchaus zehn bis sechzehn Jahre alt werden, vereinzelt wird sogar von noch älteren Exemplaren berichtet. Andererseits sterben auch relativ viele Zuchtwellensittiche trotz sorgsamer Haltung bereits nach Monaten oder wenigen Jahren durch Krankheiten.

Haltung:

Wellensittiche sind Schwarmvögel. Allein gehalten verkümmern sie seelisch und körperlich. Eine gemeinsame Haltung von mindestens zwei Wellensittichen ist angebracht. Einzelhaltung ist Tierquälerei. Ein Spiegel oder ein Plastikvogel ist nie ein Ersatz für einen echten Wellensittich, da diese nicht auf den Wellensittich natürlich reagieren können und dieser so auf Dauer einen seelischen Schaden nimmt. Besonders Männchen versuchen oft, diesen "Ersatzpartner" anzubalzen und zu füttern, was im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Kropfentzündung führen kann. Der Mensch und andere Tiere wie z.B. Nymphensittiche können keinen Ersatz für einen Artgenossen leisten. Mindestens einer der gehaltenen Wellensittiche sollte ein Männchen sein. Zwei Weibchen rivalisieren im Allgemeinen. Zwei Männchen können zusammen gehalten werden.

Wellensittiche legen in freier Wildbahn täglich bis zu einhundert Kilometer fliegend zurück. Eine tatsächlich artgerechte Haltung ist nicht möglich. Werden Wellensittiche dennoch gehalten, sollte der verwendete Käfig breiter als hoch sein und für ein Paar jeweils in der Höhe 100 cm nicht unterschreiten und mindestens 50 cm tief sein.

Fütterung:

Wellensittiche ernähren sich überwiegend von Grassaaten und Gräsern. Das Grundfutter besteht daher aus einer im Fachhandel erhältlichen ausgewogenen Körnermischung mit allerlei Sorten von Rispenhirse. Sehr beliebt bei Wellensittichen ist Kolbenhirse. Zusätzliche Gaben von Obst, wie Äpfel und Birnen, oder Gemüse, beispielsweise Gurke oder Karotte, werden gelegentlich gern genommen und runden den Speiseplan ab, zudem sorgen sie für ausreichende Zufuhr von Vitaminen und beschäftigen die Tiere. Dabei sollten nicht zu große Mengen verfüttert werden, da sonst Durchfall droht. Aufgeweichtes und gekeimtes Vogelfutter ist eine vitaminreiche und gesunde Nahrungsergänzung, die etwa alle zehn Tage gereicht werden und wegen Schimmelgefahr nach etwa zwei Stunden wieder entfernt werden sollte. Wellensittiche vertragen jedoch nicht alle Obst- und Gemüsesorten. Ungeeignet sind beispielsweise Zitronen und Pampelmusen wegen ihres hohen Säuregehaltes, Bohnen (Verdauungsstörungen) sowie Avocado (zu fetthaltig und hochgiftig). Der Vogelhalter ist dabei in der Pflicht, auf eine ausgewogene Ernährung der Vögel zu achten.

Als Getränke eignen sich für Wellensittiche Wasser und - im Krankheitsfall - schwacher Pfefferminze- oder Kräutertee. Das Wasser kann bei Bedarf mit einem Vitaminpräparat wohldosiert versetzt werden. Das Getränk muss mindestens einmal täglich erneuert werden. Reines Wasser kann den Wellensittichen auch in einer Badestelle angeboten werden. Wellensittiche müssen von kohlensäurehaltigen Getränken, Süßspeisen, gekochten oder gegarten Lebensmitteln und Spirituosen ferngehalten werden, da sie der Gesundheit des Vogels schaden. Einmaliges Naschen ist im Allgemeinen nicht kritisch, sollte aber dennoch vom Halter unterbunden werden!

Als Einstreu eignet sich grober Sand. Von Zeitungspapier, Küchenrolle und Sandpapierteppichen ist abzuraten, da Wellensittiche davon Stücke abreißen können. Verschlucken sie diese Stücke, kann dies zu Kropfreizungen/-entzündungen, Verdauungsstörungen oder zur Erstickung führen.

Wichtig ist, falls nicht mit Muschelgrit versetzter Sand benutzt wird, Grit in einer eigenen Schale anzubieten – er ist für die Verdauung unabdingbar. Die Einstreu muss mindestens einmal wöchentlich gewechselt werden. Bei starker Verschmutzung muss sie sofort ausgetauscht werden, da die Vögel ansonsten schnell krank werden können.

Wellensittichen muss eine Sepiaschale oder ein Mineralstein zum Abwetzen des Schnabels zur Verfügung stehen. Statt der handelsüblichen Plastiksitzstangen oder Glattholzstangen, die schwere Fußleiden verursachen, sind Naturäste von Obstbäumen, Haselnuss oder Weide in verschiedenen Durchmessern (nicht direkt vom Straßenrand) anzubringen. Auf Sandpapierüberzüge ist auch hier zu verzichten, um die Fußhaut der Tiere nicht zu verletzen.

Mit Spielsachen aus Kunststoff sollte eher gespart werden, jedoch spricht nichts gegen Zweige, an denen die Vögel auch nagen können. Schaukeln und Gitterbälle für Vögel beispielsweise sind hingegen eine sinnvolle Beschäftigung. Plastikwellensittiche und Spiegel sind inzwischen als tierschutzwidriges Zubehör klassifiziert. Bei Einzelhaltung ist dieses Spielzeug zusätzlich schädlich, da dem Vogel ein Partner vorgegaukelt wird, der aber Annäherungsversuche nicht erwidert und somit eine Frustration beim Einzelvogel auslöst, die in Aggression (äußert sich in Einschlagen auf den Spiegel oder Plastikvogel und Verhaltensstörungen wie Federrupfen) umschlägt. Ständige, erfolglose Fütterungsversuche können zudem vor allem bei männlichen Sittichen zu einer lebensbedrohlichen Kropfentzündung führen.

Grundausstattung eines Wellensittichkäfigs

Folgende Dinge sollten in jedem Käfig vorhanden sein:

 

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